Beschreibung
Bugge Wesseltoft prägt seit langem seine eigene Jazz-Sprache, durch seine vielfältigen Soloalben, seine Gruppenprojekte wie New Conception of Jazz, OKWorld! und RYMDEN sowie durch Kollaborationen mit Künstlern wie Sidsel Endresen, Henning Kraggerud oder Henrik Schwarz.
„Am Are“ präsentiert besondere Konstellationen herausragender Musiker, die Generationen und Stile abdecken. Es ist eine Erkundung klanglicher Texturen, dynamischer Stimmungs- und Stilkontraste und reicht von spärlichen Arrangements über komplexe Dub- und Loop-Schichten bis hin zu improvisatorischem Zusammenspiel.
Das Album beginnt mit Bugge allein auf „How?“, mit Schichten wogender, atmosphärischer Synthesizer, die durch Bugges Klavier im Vordergrund in den Mittelpunkt gerückt werden und eine minimalistische Miniatur schaffen, die sowohl emotional als auch gelassen wirkt. Für „Villrein“ wird Bugge von Elias Tafjord am Schlagzeug begleitet. Das Stück beginnt mit einer santurartigen Synthie-Figur, die über ominösen, blubbernden und pulsierenden Formanten-Sci-Fi-Bass-Synthies schwebt, überlagert von phrenetischem Klavier, das nur kurz innehält, um sich in die Santur-Figur einzufügen, bevor es seine eigene Reise fortsetzt. All dies wird von Elias Tafjords ausdrucksstarkem Schlagzeugspiel untermalt. „Is Anyone Listening?“ demonstriert Bugges Songkunst: Gedämpftes perkussives Klavier überlagert Roheys unverwechselbaren und wunderschönen Gesang, untermalt von Martin Myhre Olsens Tenorsaxophon, und erzeugt so eine gefühlvolle, von Verzweiflung geprägte Stimmung.
„BAG“ präsentiert das erste klassische Klaviertrio des Albums – Bugge an Klavier und Synthesizern, Arild Andersen am Bass und Gard Nilssen am Schlagzeug –, das sich mit einem eindringlichen Riff und klappernden Drums ankündigt und in eine progressive Rockpassage mit Bass und Klavier im Unisono übergeht. „Reel“, der zweite Track dieses Trios, ist eine sanfte Klanglandschaft, die sich zu einem dunstigen, urbanen Downbeat-Jazz entwickelt.
Das zweite Klaviertrio mit Bugge (Rhodes und Korg MS20 Synthesizer), Sveinung Hovensjø (E-Bass) und Jon Christensen (Schlagzeug und Glocken) bietet eine völlig andere Perspektive. Der erste Track „Render“ präsentiert Bugges Zawinul-artige Rhodes- und Monosynth-Leads, Sveinungs Fuzz-Bass spielt eine Art Hauptrolle, getragen von Jon Christensens dynamischem Schlagzeugspiel, das dem Stück Textur, Raum und Rhythmus verleiht. „Vender“ beginnt als atmosphärisches Stück mit harmonikaartigen Synthesizerklängen und oktaviertem Bass mit einem leicht sitarartigen Klang. Der Track mäandert dahin, bis er in Schlagzeug und Bass zerfällt, die sich um einen eindringlichen Drum-Machine-Loop winden, der von Synthesizer-Pads und Monosynth-Leads durchzogen ist.
„JazzBasill“ stellt das dritte Klaviertrio vor – mit Bugge (Klavier), Jens Mikkel Madsen (Akustikbass) und Øyunn (Schlagzeug) – und bietet einen klassischen Klaviertrio-Stil mit urbaner Raffinesse, der lyrisch ist und mit Staccato-Kadenzen durchsetzt ist. Dies vermittelt ein Gefühl von gebrochenem Swing, leicht gestaffelt und doch vorwärts treibend. Der Titeltrack „AM ARE“ ist Late-Night-Jazz mit barockem Flüstern und ausgeprägter Melodie.
Der letzte Track, „Think Ahead“, präsentiert das ungewöhnliche Trio Bugge (Klavier/Orgel), Oddrun Lilja (Gitarre) und Sanskriti Shrestha (Tablas/Harfe). Beginnend mit einer minimalistischen Klavierfigur, einem Table und einer gehaltenen Gitarre, bricht der Track in eine Geräuschwelle und eine ambiente Windlandschaft mit Gitarren-Vögeln und abstraktem Grinding aus, bevor er zu minimalistischer Melodik zurückkehrt.
Die wechselnde Besetzung des Albums sowie die drei verschiedenen Studios, in denen es aufgenommen wurde – Village Recording in Kopenhagen, Rainbow Studios in Oslo und sein eigenes Buggesroom Studio – erzeugen ein Gefühl dynamischer Veränderung und musikalischer Vielfalt, das durch Bugges Klavier und Keyboards vereint wird. Sein Spiel bewegt sich zwischen dem Vordergrund, wo er sich von der Musik erheben lässt, und dem Hintergrund, wo er sich sanft wie eine wohltätige Präsenz bewegt und sich dem Geist der musikalischen Momente widmet, die er eingefangen hat. Es ist ein Album, das von rastloser Erkundung angetrieben und von unverwechselbaren Musikerpersönlichkeiten geprägt ist. Es ist eine Reise durch verschiedene Stimmungen, die durch Bugges besonnene Herangehensweise und lenkende Hand beleuchtet und in den Fokus gerückt werden.